Archiv für März 2011

Hungary’s shameful human-rights record

Hate crime, hate speech and the marginalisation of the Roma

A nation is judged by the way it treats its weakest members – so wrote Aristotle in the third century BC.

One wonders what he would make of last Thursday’s conviction and sentencing of five Roma and one Hungarian to a total of 29 years in prison for what prosecutors said was a racially motivated attack on a Hungarian student. Four of the six suspects had been held in detention since their arrest on 23 October 2009 even though their victim did not sustain any permanent or life-threatening injuries. If their conviction is upheld on appeal, most of them will serve out the balance of their sentences in prisons usually reserved for murderers and repeat violent offenders. (mehr…)

Hungary: Where is the Enemy?

In recent years, post-Communist countries like Hungary have seen an increasingly aggressive attitude towards Soviet memorial monuments. Although this attitude may at first seem unsurprising after decades of Soviet occupation, this destructive rage has become so ferocious that one must question the reasons behind its intensity…

by Magdalena Marsovszky

First, I will describe several attacks from recent years, as well as the contexts surrounding them; then I will analyze their underlying backgrounds, and attempt to demonstrate that these events have become loaded with rage because they carry antisemitic connotations, with the ultimate goal of “eliminating the enemy”. (mehr…)

Nationalstolz und Gott in Ungarns neuer Verfassung

Die in Ungarn regierende rechtsnationale Partei Fidesz unter Premier Viktor Orban will in der geplanten neuen Verfassung unter anderem den Nationalstolz und die Berufung auf Gott verankern. Dies geht aus vorläufigen Plänen der Partei hervor, wie ungarische Tageszeitungen am Donnerstag berichteten. Die Abstimmung dazu ist im April geplant. Die Fidesz verfügt im Parlament über eine verfassungsgebende Zwei-Drittel-Mehrheit. (mehr…)

Hungarian cartoonists under fire from repressive new law

Elected last year with a super-majority in Hungary’s parliament, the right-wing Fidesz party and Prime Minister Viktor Orban passed a far-reaching media law giving the government broad power to regulate and fine media outlets it deems unbalanced. Hungarian newspapers printed blank front pages in protest and an international outcry soon followed.

Under the law, massive fines can be levied at news outlets for unbalanced reporting and offenses to „human dignity“ and „public morality.“ Who has crossed the line of these incredibly fuzzy terms will be determined by the Media Council, composed entirely of members of the governing Fidesz party, who have already launched an inquiry into the left-liberal broadcaster Tilos Radio for playing a song from rapper Ice-T said to adversely effect the welfare of children.

While the EU declared the law as antithetical to its values, Hungary began its six-month term as rotating presidency of the European Union. Under pressure from the European Commission, Budapest revised some of the provisions, exempting reporters from foreign news outlets and blogs from mandatory balance in their coverage. These mostly cosmetic changes seemed to have dampened the EU uproar while keeping the core of the law intact for broadcasters and newspapers within the country. (mehr…)

Extremismusforschung in Ungarn

Darüber reden als Lösung

Rassismus in der Gesellschaft hat in Ungarn eine bedauernswert lange Geschichte. Nach Ein­schät­zung des Leiters des Athena-Instituts, Kristóf Do­mina, müsste heute der Großteil der Be­völ­kerung als latent rassistisch eingestuft werden. Wie es zu dieser enorm hohen Zahl kommt und wie dagegen vorgegangen werden kann, versucht er in einem Gespräch zu erklären.

Das größte Problem ist, so Domina, dass sich extremistische Gruppen aus ganz normalen Menschen rekrutieren. Die wenigsten der Mit­glieder solcher Gruppen hätten sich vorher selbst als Extremisten eingestuft. Das Athena-In­stitut definiert Extremismus als „jede an eine Ideo­logie geknüpfte extreme Weltsicht bzw. Hal­tung“.
Genau an diesem Punkt setzt die Arbeit des Athena-Instituts an. Jeder Mensch müsse überdenken, wie der Rassismus im Alltag mit Extremen zu­sammenhänge. (mehr…)

Controversy over comments about Roma by Hungarian far-Right leader

Gábor Vona, chairman of the radical nationalist party Jobbik, has recently come under fire for comments made about Roma in Hungary.

During a parliament session on the 14th February, he said that a major problem in Hungary was the fast reproductive rate of the gypsy community.

The Speaker of the Hungarian National Assembly László Kövér made no objection to this remark. When the Socialist chairman Attila Mesterházy later advised Kövér to take action against similar behaviour in the future, he was told by the Speaker to not commentate on how the session was being led or else he would not be allowed to speak. (mehr…)

Philosophin löst ungarischen Zusammenstoß im Europäischen Parlament aus

Die Mitte-Rechts-Regierung von Viktor Orbán „kriminalisiere 20 Jahre der Demokratisierung im Land“, sagte eine prominente ungarische Philosophin dem Europäischen Parlament gestern (1. März). Europaabgeordnete, die Orbáns Regierung nahe stehen, nannten die Sprecherin eine „Lügnerin“.

Ágnes Heller, a Budapest-born philosopher of Jewish descent, made a passionate plea for Europeans to stay alert on anti-democratic trends in Hungary under the present government of Viktor Orbán.

Speaking at an open debate, organised by the Greens/European Free Alliance group, Heller, who left the country in 1977 and followed an academic career in Australia and the USA, blasted the Hungarian government for „misusing its legislative majority to methodically dismantle democracy’s checks and balances“. (mehr…)

Ungarisches Gericht – „Jud Süß“ keine Propaganda

Weil er die Vorführung des Films geplant hatte, wurde ein Ungar entlassen. Das Arbeitsgericht sah keinen „ideologischen Inhalt“.

Nach Meinung eines Gerichts in Budapest hat der Nazi-Propagandafilm „Jud Süß“ keinen „ideologischen“ Inhalt und seine Vorführung ist „keine politische Veranstaltung“. Mit dieser Begründung urteilte das Budapester Arbeitsgericht in erster Instanz zugunsten eines Mannes, der den Film in Budapest gezeigt und deswegen mit seinem Arbeitgeber in Konflikt gekommen war. Dies berichtete die ungarische Internet-Zeitung „index.hu“ am Mittwoch.

In dem Prozess ging es um einen Konflikt zwischen dem Weltverband der Ungarn (MVSZ) und dem früheren Geschäftsführer der Firma Pax Pannonia Kft., die dem Ungarn-Weltverband gehört. MVSZ hatte den Geschäftsführer entlassen, nachdem dieser 2008 eine Vorführung von „Jud Süß“ in der Budapester Zentrale des MVSZ geplant hatte. Dazu hätte er nach Ansicht des Verbands die Genehmigung des Vorstands gebraucht, da es sich um eine politische Veranstaltung gehandelt habe. Der Mann klagte nun vor Gericht gegen seine Entlassung. MVSZ gilt als äußerst konservative und nationalistische Organisation.

Der antisemitische Film „Jud Süß“ wurde 1940 von Veit Harlan im Auftrag der Nazis gedreht und von diesen gezielt zur Aufhetzung von SS-Soldaten gegen Juden eingesetzt. Derzeit darf er in Deutschland nur innerhalb von Lehrveranstaltungen gezeigt werden, die der zeitgeschichtlichen Bildung dienen sollen.

Alter Faschismus – neuer Faschismus

Ankündigung zur Konferenz zur Analyse und Kritik faschistischen Gedankensgutes

Konferenz in Budapest am 3./4. Juni 2011

Das „Haus des Terrors“ in Budapest

Der feuchte Traum eines jeden Totalitarismus-Theoretikers
Im Februar 2011 besuchte ich mit Freunden Budapest und besichtigte dabei auch das so genannte „Haus des Terrors“, ein Museum. Alle nachfolgenden englischen Zitate sind der Broschüre und den ausliegenden Infoblättern des Museums entnommen.

Das „Haus des Terrors“ widmet sich den „two murderous regimes“ bzw. den „two shameful and tragic periods“ der ungarischen Geschichte. Hier fängt es schon an problematisch zu werden. Mit diesen zwei Perioden sind nämlich die kurze Zeit der Herrschaft der faschistischen Pfeilkreuzler-Partei (1944-45) und die lange Zeit des realsozialistischen Regimes gemeint. Diese sehr unterschiedlichen Arten von Herrschaft werden bedenkenlos parallelisiert. Diese Gleichsetzung äußert sich auch in der ständigen bildhaften Verknüpfung von rotem Stern und Pfeilkreuz. Vollkommen ignoriert wird dabei, dass das Pfeilkreuz nur mit einer einzigen rechten Bewegung bzw. Ideologie verknüpft werden kann, der rote Stern dagegen wurde und wird von sehr vielen, zum Teil gegensätzlichen linken Organisationen, Bewegungen und Ideologien verwendet. (mehr…)




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